Dispokredit
Mit einem Dispokredit, kurz Dispo oder Dispo Kredit genannt, ist die durch die Bank gestattete Überziehung des Girokontos gemeint. Dabei wird ein bestimmtes Limit angesetzt, welches unter dem Begriff Verfügungsrahmen bekannt ist. Personen mit regelmäßigem Einkommen wird diese als kurzzeitiger Kredit anzusehende Überziehungsmöglichkeit, meist in Höhe von 2 bis 3 Gehältern, eingeräumt. Die für den überzogenen Betrag berechneten Zinsen liegen bei einer Höhe von 8 bis 12 Prozent. Wird über den vereinbarten Betrag hinaus eine Überziehung geduldet, wird dieser Betrag mit etwa 15 bis 19 Prozent Zinssatz berechnet. Häufige Überziehungen rechnen sich also nicht, so dass u. U. ein Ratenkredit, mit dem das Girokonto wieder aufgefüllt wird und welcher in günstigeren Raten abgezahlt wird, ratsam ist.
Möchte man jedoch regelmäßig den eingeräumten Dispokredit in Anspruch nehmen, ist ein Vergleich der unterschiedlichen Konditionen der Anbieter ratsam, denn hier bestehen große Unterschiede. So ist es möglich, dass beispielsweise Bereitstellungsentgelte für den Dispo anfallen oder für dessen Einrichtung eine Bearbeitungsgebühr. Normalerweise gelten für die Rückführung des Kontos keinerlei Fristen, es ist aber möglich, dass man bei Kontoeröffnung eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben hat, wonach der Überziehungsbetrag monatlich um einen bestimmten Satz gemindert werden muss. Normalerweise ist die Dauer der Überziehung nicht befristet, aber auch hier gibt es Ausnahmen. Ggf. muss der Dispokredit nach einem Jahr oder weniger in einer Summe zurückgezahlt werden.
Meist wird einem jedoch erst dann ein Dispo eingeräumt, wenn man über längere Zeit Kunde der Bank ist. Neukunden
erhalten keinen oder nur einen niedrigen Verfügungsrahmen eingeräumt. Meist wird die Kreditwürdigkeit, welche
Aufschluss über die Möglichkeiten der Rückzahlung eines Kreditbetrages gibt, vorab ermittelt.
Gewährt die Bank keinen Dispokredit, werden ggf. Abbuchungen vom Girokonto mangels Deckung nicht
ausgeführt oder die Ausführung erfolgt unter Anrechnung von Überziehungszinsen. Diese liegen, wie bereits erwähnt,
deutlich höher als Zinsen für eine genehmigte Überziehung.
Die Höhe des eingeräumten Dispositionsrahmens ist unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab. So wird nicht nur die Höhe des Einkommens berücksichtigt, sondern auch, seit wann man Kunde des Kreditinstitutes ist und wie der Kontoverlauf ist. Wer sein Konto vorwiegend im positiven Bereich führt, erhält einen höheren Dispo eingeräumt, da er gewissenhafter mit den zur Verfügung stehenden Mitteln umgehen kann. Hinzu kommt eine Wertung des Zahlungsverhaltens. Aus diesen verschiedenen Kriterien wird ein Bonitätsprofil für jeden Kunden festgelegt. Von der erhaltenen Bewertung ist die Höhe des Verfügungsrahmens abhängig. Beträge bis zum doppelten Bruttogehalt oder dreifachen Nettogehalt sind meist Maximum.
Reicht der Dispositionsrahmen auf Dauer nicht aus oder ist eine Rückführung nicht möglich, sollte ein Gespräch mit
der Bank zwecks Umschuldung geführt werden. Die Zinsbelastung durch einen Ratenkredit ist erheblich niedriger als bei einem Dispokredit und
die konstante monatlich Belastung besser zu kalkulieren.
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